Prozesschemie

Flow Chemistry

Prozessintensivierung für Reaktionen, die von kontrollierter Wärmeübertragung, Mischung oder Verweilzeit profitieren.

Wie dies ein Projekt unterstützt

Flow ist eine Reaktor- und Prozesswahl, kein Vorteil an sich. Die Eignung hängt von Kinetik, Wärme, Mischung und Stofftransport, Phasen und Feststoffen, Druck, Werkstoffen, Quench und Aufarbeitung, Verweilzeitverteilung, Prozesskontrolle und Zieldurchsatz ab.

Flow nur bei passender Reaktion und Prozesskette einsetzen

Rohr-, Mikrostruktur-, Festbett-, oszillierende, photochemische und elektrochemische Reaktoren unterscheiden sich bei Mischung, Wärmeübertragung, Druckverlust, Verweilzeit und Fouling. Ein Reaktor für eine schnelle homogene Reaktion kann für Slurry, Gasentwicklung, langsame Reaktion oder Ausfällung beim Quench ungeeignet sein.

Kleineres momentanes Inventar und schneller Wärmetransport können ausgewählte gefährliche oder exotherme Chemie unterstützen. Der Gesamtprozess umfasst aber Feed-Bereitung und -Lagerung, Pumpen, Druck, Start-up, Off-spec-Übergänge, Shutdown, Quench, Sammlung und Abfall. Sicherheit wird für das Gesamtsystem bewertet.

Typischer Bewertungsablauf

1

Grund für Flow definieren

Konkrete Batch-Grenze benennen: Mischung, Wärmeabfuhr, instabiles Intermediat, Gas-Flüssig-Transfer, Licht, Elektrochemie, Druck, Selektivität, Automatisierung oder Durchsatz.

2

Reaktions- und Gefahrendaten erheben

Kinetik, Wärme, Gas, Zersetzung, Löslichkeit, Viskosität, Phasen, Korrosion, Quench sowie Konzentrations- und Zugabereihenfolge.

3

Reaktor und Werkstoffe wählen

Rohrweite, Mischer, Coil, Bett, Gas-Flüssig-Kontakt, Licht- oder Elektrodengeometrie, Druckstufe, Dichtungen und medienberührte Werkstoffe abstimmen.

4

Mischung und Verweilzeit charakterisieren

Gesamtfluss, Stöchiometrie, Mischzeit, mittlere Verweilzeit und Verteilung, Temperatur- und Druckprofil sowie Probenahme definieren.

5

Quench, Trennung und Kontrolle integrieren

Quench, Druckentlastung, Phasentrennung, Filtration, Lösungsmittelwechsel, Sammlung, Überwachung, Alarme und Abweichungsreaktion planen.

6

Stationären Betrieb und Durchsatz belegen

Start-/Stop-Schnitte, Zeit bis steady state, Laufdauer, Bilanz, Fouling oder Drift, Reinigung, Konsistenz und Scale-Strategie festlegen.

Benötigte Angaben

Reaktionsdefinition

Strukturen, Stöchiometrie, Konzentration, Lösungsmittel, Katalysator, Temperatur, Druck, Zeit, Umsatz, Selektivität und Batch-Verfahren.

Physik und Phasen

Löslichkeit, Viskosität, Feststoffe, Gas, Emulsion, Kristallisation, Adsorption und Werkstoffverträglichkeit.

Gefahr und Quench

Thermodaten, instabile Intermediate, Gas oder Druck, Korrosion, Exposition, Inkompatibilitäten, Quench-Kinetik, Abgas und Abfall.

Durchsatz und Betrieb

Menge pro Zeit, Kampagne, Startverlust, Feed-Stabilität, Hold times, Anlagenlimits, Reinigung und kontinuierlicher Downstream.

Analytik und Kontrolle

Proben oder Inline-Messung, Umsatz, Impurities, Bilanz, steady-state-Kriterium, Alarme, Abweichung, Sammlung und Batch-Definition.

Umfang

Umfasst Prüfung und vereinbarte Arbeit für technisch begründete ausgewählte Reaktionen. Keine Zusage, dass jede Reaktion geeignet oder jede Gas-, Druck-, Photo-, Elektro-, Kryo-, Hochtemperatur-, Feststoff- oder integrierte kontinuierliche Operation verfügbar ist. Verbesserungen bei Sicherheit, Nachhaltigkeit, Selektivität, Ausbeute, Durchsatz, Scale, Kosten oder regulatorischem Status werden nicht garantiert.

Zugehörige Katalog- und Technikseiten

Quellen

  1. 1.Fluorination reactions in microreactors (Chemical Communications, 2008)
  2. 2.Characterization of Milli- and Microflow Reactors: Mixing Efficiency and Residence Time Distribution (Organic Process Research & Development, 2017)
  3. 3.Heat Transfer and Residence Time Distribution in Plug Flow Continuous Oscillatory Baffled Crystallizers (ACS Omega, 2021)
  4. 4.On-demand continuous-flow production of pharmaceuticals in a compact, reconfigurable system (Science, 2016)